Was versteht man unter Elektrosmog?
Der Begriff Elektrosmog – eine Zusammensetzung aus „Elektromagnetismus" und „Smog" – beschreibt die unsichtbare Belastung durch künstlich erzeugte elektromagnetische Felder (EMF) in unserer Umgebung. Anders als natürliche elektromagnetische Felder, etwa das Erdmagnetfeld oder das Licht der Sonne, entstehen diese Felder durch menschgemachte Technologien wie Mobilfunk, WLAN, Stromleitungen und elektrische Geräte.
Elektromagnetische Felder: Die physikalischen Grundlagen
Elektromagnetische Felder bestehen aus zwei miteinander verbundenen Komponenten: dem elektrischen Feld und dem magnetischen Feld. Zusammen breiten sie sich als elektromagnetische Wellen durch den Raum aus. Entscheidend für die Wirkung und Einordnung eines solchen Feldes ist die Frequenz, gemessen in Hertz (Hz).
- Niederfrequente Felder (NF): 0–30 kHz – entstehen z. B. bei Stromleitungen und Haushaltsgeräten
- Hochfrequente Felder (HF): 30 kHz–300 GHz – entstehen bei WLAN, Mobilfunk und Mikrowellenherden
- Mikrowellenstrahlung: Ein Teilbereich des Hochfrequenzspektrums (300 MHz–300 GHz)
Ionisierende vs. nicht-ionisierende Strahlung
Ein fundamentaler Unterschied besteht zwischen ionisierender und nicht-ionisierender Strahlung:
| Eigenschaft | Ionisierend (z. B. Röntgen) | Nicht-ionisierend (z. B. WLAN) |
|---|---|---|
| Energie | Sehr hoch | Niedrig bis mittel |
| Wirkung | Kann DNA direkt schädigen | Thermische & mögliche andere Effekte |
| Beispiele | UV, Röntgen, Gamma | Mobilfunk, WLAN, Strom |
Mobilfunk, WLAN und Elektrosmog aus dem Stromnetz sind nicht-ionisierende Strahlung. Das bedeutet, dass diese Strahlung keine Atome direkt ionisieren – also keine Elektronen herausschlagen – kann. Dennoch gibt es wissenschaftliche Diskussionen über langfristige biologische Effekte unterhalb der thermischen Schwelle.
Wie entsteht Mikrowellensmog im Alltag?
Unsere moderne Lebensweise ist von elektromagnetischer Strahlung durchdrungen. Zu den häufigsten Quellen im Alltag zählen:
- WLAN-Router und Access Points in Wohnungen
- Smartphones und Tablets mit Mobilfunk- und WLAN-Funktionen
- Schnurlostelefone (DECT-Technologie)
- Smart-Home-Geräte und Smart Meter
- Mobilfunkmasten in der Nachbarschaft
- Bluetooth-Geräte und Wearables
Grenzwerte in Deutschland
In Deutschland gelten die Grenzwerte der 26. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV), die auf Empfehlungen der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) basieren. Diese Grenzwerte sollen vor nachgewiesenen, akuten thermischen Effekten schützen. Kritiker bemängeln jedoch, dass mögliche Langzeitwirkungen unterhalb dieser Grenzwerte dabei nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Fazit: Wissen als erster Schritt
Das Verständnis der physikalischen Grundlagen ist der erste Schritt zu einem informierten Umgang mit Elektrosmog. Wer weiß, wie elektromagnetische Felder entstehen und welche Frequenzen im Alltag relevant sind, kann gezielt Maßnahmen ergreifen, um die persönliche Belastung zu reduzieren.